Tempolimit von 120 km/h wurde wieder zurückgenommen, bevor umfangreiche Messungen vorgenommen wurden.

 

Im Januar 2020 verkündete der bayr. Ministerpräsident Markus Söder ein Tempolimit von 120 km/h für PKW auf der Isental-Autobahn.
Das gesetzliche Tempolimit für LKW von 80 km/h auf Autobahnen blieb unverändert.

Das Tempolimit von 120 km/h sollte dauern, bis entsprechende Untersuchungen zu dem Lärm der Isental-Autobahnen vorliegen.
Aufgrund von Corona-Beschränkungen wurden diese Untersuchungen nicht zeitnah von der Autobahndirektion durchgeführt.
Im September 2020 wurde das Tempolimit von 120 km/h für PKW auf der Isental-Autobahn wieder aufgehoben, weil die geforderten Untersuchungen nicht zeitnah durchgeführt wurden.

 

Das Tempolimit von 120 km/h für PKW auf der Isental-Autobahn brachte leider nur eine leichte Verbesserung der Lärmemissionen, da der meiste Lärm auf diesem Teilstück von LKW verursacht wird. Messungen eines von der Stadt Dorfen beauftragten Gutachters vom Juni 2020 zeigten nicht nur eine höhere Lärmemission der LKW (bis 97 dB) verglichen mit PKW (bis 85 dB), sondern zeigten auch klar, dass alle LKW schneller als die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h fuhren – manche sogar über 95 km/h.
Da die Lärmemission der LKW logarithmisch zur gefahrenen Geschwindigkeit ansteigt, ist die hohe Geschwindigkeit der LKWs eine der Hauptursachen der Lärmemissionen auf der Isental-Autobahn.

 

Tempolimit ist auch angesagt in Bezug auf Umweltschutz:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oesterreich-beendet-tempo-140-auf-autobahn-16625252.html

 

Die neue österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat das Pilotprojekt "Tempolimit 140" auf der österreichischen Autobahn 1 offiziell beendet. Seit dem 1. März 2020 gilt auf den beiden Strecken in Nieder- und Oberösterreich mit einer Gesamtlänge von 120 Kilomtern wieder das sonst übliche Tempolimit von 130 km/h. Gewessler sagte: "Höhere Geschwindigkeit führt zu höherer Umweltbelastung."

 

https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/verkehrsplanung/tempolimit#tempolimit-auf-autobahnen-

Das UBA untersucht, inwieweit die Umweltbelastungen des Straßenverkehrs in Zusammenhang mit den gefahrenen Geschwindigkeiten stehen und welchen Beitrag Geschwindigkeitsbeschränkungen zu einer Verminderung der Umweltbelastungen leisten können.

Im Jahr 2018 verursachten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf Bundesautobahnen in Deutschland Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 39,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2-Äquivalente). Durch die Einführung eines generellen Tempolimits von 120 km/h auf Bundesautobahnen würden die Emissionen um jährlich 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert. Selbst ein Tempolimit von 130 km/h würde die Treibhausgasemissionen bereits um 1,9 Millionen Tonnen, ein Tempolimit von 100 km/h sogar um 5,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr mindern.

 

Tempolimit auf Autobahnen rettet Leben.

Seit Aufhebung des Tempolimits passierten schon mehrmals Unfälle auf dem Abschnitt Pastetten – Heldenstein.

Es wird berichtet, dass nun wieder sehr häufig auf der A94 gedrängelt wird, teilweise sogar gesetzeswidrig rechts überholt wird.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/pro-tempolimit-freie-fahrt-fuer-die-vernunft-16003828.html

Die Sachlage ist klar: Wo Geschwindigkeiten begrenzt werden, sinkt die Zahl der Verkehrstoten deutlich. Man muss es leider so drastisch sagen: Für den Kick einer Minderheit in PS-starken Limousinen müssen jedes Jahr Menschen sterben.


https://www.golem.de/news/umweltstudie-mehrheit-der-deutschen-will-ein-tempolimit-auf-der-autobahn-2104-156166.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

UMWELTSTUDIE:
Mehrheit der Deutschen will ein Tempolimit auf der Autobahn
Umwelt und Klimaschutz sind den Deutschen wichtig. Dafür sind sie bereit, heilige Kühe zu opfern.

Artikel veröffentlicht am 30. April 2021, 13:37 Uhr
Werner Pluta

Freie Fahrt für freie Bürger? Schon lange wird die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h auf Autobahnen gefordert. Was früher Empörung ausgelöst hat, ist inzwischen mehrheitsfähig, wie eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt.

Für die Studie Umweltbewusstsein in Deutschland 2020 (PDF) wurden Ende vergangenen Jahres 2.115 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren befragt. Danach haben für die Deutschen Umwelt- und Klimafragen auch in der Covid-19-Pandemie eine große Bedeutung. Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) halten diese Themen für sehr wichtig. Das ist etwas weniger als 2019 (68 Prozent), aber etwas mehr als im Jahr davor (64 Prozent).

"Besonders interessant wird die Studie da, wo es konkret wird", sagte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei der Vorstellung der Studie, "etwa beim Tempolimit." 64 Prozent der Befragten wollen "auf jeden Fall" oder "eher" eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Entsprechend sprachen sich 36 Prozent eher oder auf jeden Fall dagegen aus.

Ein Tempolimit nutzt Umwelt und Verkehrssicherheit
"Hier hat es im Vergleich zur letzten Befragung einen spürbaren Zuwachs gegeben hin zu einer breiten und klaren Mehrheit für ein Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen. Das wäre nicht nur gut fürs Klima, sondern würde auch für mehr Sicherheit auf den Autobahnen sorgen", sagte die Ministerin.

Schulze sieht dadurch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Zugzwang: Er solle stärker für ein Tempolimit werben. Aber nicht nur er allein: Insgesamt sollten das in der Bundesregierung "noch mehr Leute tun".

Außerdem wünschen sich die Befragten unter anderem einen Ausbau des Radwegenetzes und eine Senkung der Preise im öffentlichen Personennahverkehr. Auch bei Vermeidung von Abfall und mehr Umweltschutz bei der Lebensmittelversorgung und -herstellung gibt es nach Ansicht der Befragten Handlungsbedarf.

"Den Menschen in Deutschland ist sehr bewusst, dass ambitionierter Umwelt- und Klimaschutz letztlich die eigenen Lebensgrundlagen erhält", sagte Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes. "Diese Dekade ist entscheidend dafür, ob es uns gelingt, die Weichen für eine nachhaltige Zukunft richtig zu stellen. Wir sollten diese einmalige Gelegenheit, die sich jetzt bietet, nicht verstreichen lassen - zumal ein sozial-ökologischer Wandel nicht nur mehr Lebensqualität schafft, sondern auch die Wirtschaft belebt."